Sommer 2015

  • So machen sich Modeversender “zollfein”

So machen sich Modeversender “zollfein”

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Mode ist ein globales Geschäft, und die Welt ist ein rasant wachsender Markt dafür. Wachstumstreiber des Modehandels sind die Entwicklungsländer1, und die großen Handelsketten sind nicht die Einzigen, die davon profitieren. Auch Start-ups und kleinere Unternehmen entdecken immer neue grenzüberschreitende Wachstumspotenziale – in Form neuer Kundenkreise oder der Nachfrage nach spezieller Verarbeitung oder besonderen Kleidungsstücken. Aber egal, ob Ihr Geschäft der Einkauf, die Fertigung oder der Vertrieb von Modeartikeln ist – über Erfolg oder Misserfolg entscheidet letztlich auch der Zuschnitt Ihrer Zolldokumentation.

Ein unbedingtes Muss ist die Kenntnis der jeweiligen Zollvorschriften. Denn diese können sich ständig ändern und sich von Land zu Land stark unterscheiden. Ihre Nicht-Befolgung zieht unter Umständen lange Lieferverzögerungen oder gar Strafgebühren nach sich.

Egal ob Sie als Modeunternehmer Ihren Einkauf oder Ihren Vertrieb auf das nächste Level heben möchten – hier sind ein paar gute Tipps für den Anfang:

  1. Prüfen Sie etwaige Textilquoten und Lizenzbestimmungen
    Seit Langem ist die Modeindustrie Gegenstand weltweiter Handelsvereinbarungen. Zwar ist das komplexe globale Quotensystem der 1960er Jahre inzwischen abgeschafft. Nichtsdestoweniger haben sich in einigen Ländern gewisse Quoten erhalten2. So reguliert beispielsweise Costa Rica den Handel mit bestimmten Wollstoffen, während Textil- oder Materialimporteure in Mexiko eine Lizenz oder ein Importvisum benötigen.
  2. Machen Sie sich mit den Listen verbotener oder beschränkter Stoffe vertraut.
    Manche Textilien und Materialien, die in der Modeindustrie Verwendung finden, enthalten Kunststoffe oder Chemikalien, deren Einsatz verboten oder beschränkt sein kann. Dies gilt zum Beispiel im Bereich der Europäischen Union für Textilien, die Formaldehyd enthalten. Beschaffen sie sich von den örtlichen Behörden eine Liste der verbotenen Substanzen und stellen Sie mit Ihren Lieferanten sicher, dass Textilien und Materialien den Vorschriften entsprechen.
  3. Versichern Sie sich, dass die Wertangaben genau und Ihre Waren detailliert gekennzeichnet sind.
    Stellen Sie beim Import oder Export Ihrer Ware eine korrekte Wertbestimmung und eine genaue Beschreibung des Sendungsinhalts sicher, sodass die fälligen Zölle genau berechnet werden können. Schreiben sie beispielsweise „ein Ballen blauer Seide mit gestickten Details” anstatt einfach nur „ein Ballen Seide”. Diese zusätzlichen Informationen helfen den Zollbehörden bei der Zuordnung der zu verzollenden Güter.
  4. Prüfen Sie die Echtheit Ihrer Ware und bringen Sie gefälschte Produkte zur Anzeige.
    Geschätzte 10% aller Handelsbewegungen im Modegeschäft sind Fälschungen. Die beliebtesten Fakes sind Gürtel, Handtaschen und Schuhe 4. Und das gilt nicht nur für offensichtliche Markenplagiate. Moderne Imitate können sehr schwer zu erkennen sein, und es könnte sein, dass Sie Fälschern bei der Komplettierung Ihres Saison-Einkaufs im besten Glauben aufsitzen.
  5. Halten Sie sich unbedingt an die geltenden Konventionen und örtlichen Vorschriften für Verbot oder Beschränkung tierischer Produkte.
    Das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES ist eine internationale Regierungsvereinbarung, die den Handel mit bestimmten Wildtieren verbietet5. Darüber hinaus haben zahlreiche Länder ergänzende Gesetze, die den Handel mit Tierprodukten regeln, und die können sich von Markt zu Markt erheblich unterscheiden. So ist beispielsweise der Import von Hunde- oder Hauskatzenhaar in Europa verboten, in Teilen Asiens jedoch legal.
  6. Kümmern Sie sich um eventuell notwendige Zertifikate.
    In manchen Fällen müssen beim Import bestimmter Waren zusätzliche Zertifikate vorgelegt werden.

Der internationale Einkauf oder Vertrieb kann ziemlich komplex sein. Es gibt jedoch eine Reihe von Organisationen, die Ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite stehen – von Regierungsbehörden bis hin zu Ihren Logistikpartnern. Wenn Sie etwas in dieser Richtung planen, sprechen Sie mit Ihrem Versandunternehmen: Mit Hilfe praktischer Tools wie dem FedEx Global Trade Manager können Sie mit wenigen Mausklicks Zölle und Steuern schätzen, Dokumente managen und aktuellste Informationen über die jeweiligen lokalen Marktbedingungen finden.

Haben Sie noch Fragen? Wenden Sie sich gerne an unseren Kundendienst telefonisch unter 01806 111 800*
*20 Ct./Anruf aus dem dt. Festnetz; Mobilfunk höchstens 60 Ct./Anruf


  1. McKinsey
  2. WTO
  3. Department of Business, Innovation & Skills
  4. Dow Jones, 2014
  5. www.cites.org

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