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Der neueste „Modetrend“ beim Zoll

Von David L. Cunningham Jr.
Chief Operating Officer, FedEx Express

Für Start-up Modedesigner und kleinere Unternehmer ist die weltweite Beschaffung oft unumgänglich. Der malaysische Schuh-Unternehmer Christy Ng nennt „frisches Design, ausgesprochene Handwerkskunst und wettbewerbsfähige Preise“ als Motivation dafür, Rohmaterialien international einzukaufen. Für Juan David Martinez vom kolumbianischen Radsportbekleidungshersteller Industrias Suárez sind die Qualität und Preise von Reißverschlüssen, Farbstoffen, Klebstoffen und reflektierenden Applikationen aus dem Ausland unverzichtbar für sein Kostenmodell und die Produktqualität.

Allerdings ist es unbedingt nötig, die Zollregeln zu kennen, bevor Sie den Sprung in die weltweite Beschaffung wagen, da sind sich Ng und Martinez einig. Zollvorschriften ändern sich und unterscheiden sich erheblich von Land zu Land. Lange Verzögerungen und Strafzahlungen können die Folge sein, wenn Regeln nicht befolgt werden. Ng hat die Fallstricke unmittelbar erfahren müssen, als komplexe oder sich verändernde Zollvorschriften zu „finanziellen Verlusten ohnegleichen“ führten, als „Kleidung wochenlang im Dock aufgehalten wurde“.

Wenn Sie als Modehersteller bereit sind, den nächsten Schritt zu gehen und Materialien international zu beschaffen oder zu verkaufen, dann sind hier zunächst einige Tipps für Sie, wie Sie durch den Zoll navigieren.

  1. Überprüfen Sie Textilquoten und Lizenzanforderungen.
    Die Textilindustrie ist schon lange Gegenstand von globalen Handelsverhandlungen. Einige Länder halten immer noch die Quoten aus den 1960er-Jahren aufrecht,1 so wie Costa Rica, das den Handel mit bestimmten Wollstoffen kontrolliert. Märkte wie Mexiko verlangen von Textil- oder Material-Importeuren eine Lizenz oder ein Visum.2
  2. Überprüfen Sie Listen von verbotenen oder beschränkten Stoffen.
    Viele Materialien, die die Modebranche benutzt, enthalten Kunststoffe oder Chemikalien, die Verboten oder Beschränkungen unterliegen, z.B. Textilien mit Formaldehyd in Europa. Besorgen Sie sich eine Liste der verbotenen Stoffe von den örtlichen Behörden , und vergewissern Sie sich bei den Verkäufern, dass die Textilien und Materialien den Test bestehen, bevor Sie zum Kauf übergehen.
  3. Vergewissern Sie sich, dass Werte korrekt angegeben werden und Waren gut beschriftet sind.
    Wenn Sie Waren importieren oder exportieren, stellen Sie sicher, dass Sie bei jeder Sendung korrekte Werte und eine detaillierte Beschreibung des Inhalts angeben – z.B. schreiben Sie nicht nur „Ballen Seide“, sondern „Ballen blauer Seide mit gestickten Details“. Das hilft den Zollverantwortlichen dabei, Zölle und Steuern zu berechnen.
  4. Prüfen Sie die Echtheit und melden Sie alle gefälschten Produkte.
    Der Verkauf gefälschter Produkte macht schätzungsweise 10% des Modehandels aus, wobei Gürtel, Handtaschen und Schuhe am beliebtesten sind.3 Die Produktfälschungen von heute sind teils schwer zu erkennen. Sie können sich in der Situation wiederfinden, ohne es zu wissen nachgemachte Ware einzukaufen (oder selbst gefälscht zu werden), um die aktuelle Kollektion zu vervollständigen.
  5. Klären Sie die Konventionen und örtlichen Regeln über Tierprodukte.
    Die Convention on International Trade in Endangered Species (CITES) (Konvention über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten) ist ein internationaler Regierungsvertrag, der den Handel mit Wildtieren untersagt.4 Zusätzlich haben viel Länder ergänzende Gesetze, die von Markt zu Markt unterschiedlich sind. Zum Beispiel ist es in Europa verboten, die Haare von Hunden oder Hauskatzen zu importieren, während es in einigen Teilen Asiens erlaubt ist.5

Die internationale Beschaffung oder der internationale Verkauf von Waren mag komplex erscheinen, allerdings gibt es eine ganze Reihe von Organisationen, die Ihnen dabei helfen können, von staatlichen Stellen bis zu Transportdienstleistern als Partner. Wenn Sie starten, sprechen Sie mit Ihrem Transportdienstleister und finden Sie heraus, wie Tools wie der FedEx Global Trade Manager Ihnen dabei helfen können, Zölle und Steuern abzuschätzen, Unterlagen zu managen und aktuelle Einblicke in Marktbedingungen vor Ort zu gewinnen.


Quellen
1 WTO
2 Department of Business, Innovation & Skills
3 Dow Jones, 2014
4 www.cites.org
5 www.gov.uk