Eine Frau sitzt auf einer Couch, umgeben von Kleidung und Schuhkartons und sieht unentschlossen aus.

INNOVATION & WACHSTUM

Clevere Strategien für das Managen von Retouren über die Festtage

Ergreifen Sie jetzt die Initiative, um die unvermeidlichen E-Commerce Rücksendungen nach den Feiertagen von einem Ressourcenverlust in einen geschäftlichen Vorteil zu verwandeln. Hier erhalten Sie einige praktische Tipps für KMU-Einzelhändler.

Veröffentlicht: November 2025

Durchschnittliche Lesedauer: 7 Minuten

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Überblick

Einzelhändler müssen im Januar mit einem Anstieg an Rücksendungen rechnen. Der weihnachtliche Online-Shopping-Aufschwung hält weiter an und belastet Finanzen und Ressourcen.

KMU können sich darauf vorbereiten, indem sie flexible, automatisierte Rücksendungslösungen wählen, detaillierte Produktbeschreibungen bereitstellen und ihre Rücksendefrist für die Feiertage verlängern.

Technologie hilft Unternehmen, Rücksendungen zu minimieren. Durch den Einsatz von KI-Anwendungen können Sie beispielsweise Ihren Kund*innen personalisierte Empfehlungen geben und potenziell betrügerische Rücksendungen erkennen.

Ein positives Rücksendeerlebnis ist eine Möglichkeit, die Kundenbindung zu stärken. Wenn Sie nach Rücksendungen um positive Bewertungen bitten, kann das helfen, mehr profitable Wiederkäufer*innen zu gewinnen.





Sie kennen das Spiel. Die Weihnachtszeit verspricht gute Umsätze – aber im Januar kann eine Flut von Rücksendungen Ihre Margen schmälern. Während in der Hochsaison Milliarden von Paketen1 quer durch Europa verschickt werden, bringt das neue Jahr unerwünschte Geschenke und bereute Spontankäufe mit sich.

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist dies nicht nur ein logistisches Problem, sondern auch eine Herausforderung für Ihre Betriebsabläufe, Ihr Kundenerlebnis und Ihren Cashflow. Wie sorgen Sie also dafür, dass Sie die Dynamik beibehalten? Diese praktischen Strategien tragen dazu bei, dass Rücksendungen Ihre Gewinne weniger schmälern.




Die Erwartungen an Rücksendungen nach den Feiertagen verstehen

Während die Online-Ausgaben in Europa während der Weihnachtszeit neue Höchststände erreichen,2 steigt damit auch die Wahrscheinlichkeit von Rücksendungen, da Kund*innen Geschenke zurückschicken oder Käufe bereuen. Untersuchungen zeigen, dass die Zahl der Kund*innen, die ihre während der Weihnachtszeit getätigten Online-Käufe zurückgaben, im Durchschnitt um 17 % höher war als im Rest des Jahres.3

In dieser hektischen, potenziell stressigen Zeit ist es wichtig, die Rücksendeerfahrung so reibungslos wie möglich zu gestalten. Beispielsweise trägt eine klare und einfach einsehbare Rückgaberichtlinie dazu bei, Verwirrung bei Schenkenden und Beschenkten zu vermeiden und somit die Anzahl der Kundenanfragen zu reduzieren. Dadurch gewinnt Ihr Team Zeit, um sich auf lohnenswertere Aufgaben zu konzentrieren, wie beispielsweise die Wiedereinlagerung Ihres zurückgesandten Lagerbestands.




Erstellung einer klaren und leicht einsehbaren Rückgaberichtlinie für Weihnachtssendungen

Während einer regulären Verkaufsperiode überprüfen 84 % der Kund*innen, vor dem Kauf die Rückgabebedingungen und 53 % brechen den Kaufvorgang ab, wenn ihnen die Bedingungen nicht gefallen.4 Daher ist es wichtig, die Rücksendebedingungen klar zu formulieren, noch bevor Kund*innen auf «Zum Warenkorb hinzufügen» klicken.

In einer Zeit, in der Verbraucher*innen sehr wahrscheinlich zahlreiche verschiedene Webseiten parallel durchstöbern, sollten Sie sicherstellen, dass Ihre Richtlinie von Anfang an gut sichtbar ist. Weisen Sie auf Ihren Produktdetailseiten, an der Kasse, in E-Mails nach dem Kauf und auf Ihren Social-Media-Seiten auf die Rückgabebedingungen hin.

Verbraucher*innen schätzen klare und transparente Richtlinien. Wenn Sie eine erfolgreiche Rückgaberichtlinie für die Weihnachtssaison verfassen möchten, finden Sie hier einige Best Practices:


Eine Person bringt ein Versandetikett auf einem Paket an.
Eine Person bringt ein Versandetikett auf einem Paket an.
Eine Person bringt ein Versandetikett auf einem Paket an.

  • Gestalten Sie die Bedingungen klar und eindeutig. Fragen Sie sich, würde mein*e Nachbar*in sie verstehen? Gibt es noch etwas, das unklar ist (und zu Problemen führen könnte)?
  • Machen Sie deutlich, was in welchem Zustand zurückgegeben werden kann, um betrügerische Retouren von getragenen oder gebrauchten Artikeln zu verhindern. Verwenden Sie beispielsweise Angaben wie «Das Produkt muss unbenutzt, nicht zusammengebaut und in einwandfreiem Zustand sein. Es muss Zubehör und Originalverpackung enthalten.»
  • Geben Sie an, wie lange die Bearbeitung einer Rückerstattung oder eines Umtauschs dauert, zum Beispiel: «Sie erhalten innerhalb von 14 Tagen nach der Rücksendung des Artikels eine Rückerstattung über die von Ihnen verwendete Zahlungsmethode.»
  • Geben Sie Rückgabefristen, Versandmethoden und etwaige Kosten für die Käufer*innen an. Falls der*die Kund*in eine Abholung arrangieren muss oder Ihr Rücksendepartner mehrere Abgabestationen anbietet, stellen Sie Links mit den benötigten Informationen zur Verfügung.



Umgang mit Geschenkrücksendungen und Anpassung Ihrer Rückgabebedingungen

Als Geschenke gekaufte Artikel machen einen grossen Anteil des Rückerstattungsansturms nach den Feiertagen aus. Daher ist es ratsam, den Beschenkten klar zu sagen, was sie mit den ungewünschten Geschenken tun sollen.

Klären Sie, ob Rückerstattungen an den*die ursprüngliche*n Käufer*in erfolgen oder ob der*die Empfänger*in eine Gutschrift oder einen Umtausch erhalten kann. Beispiel: «Sobald Sie ein Geschenk an uns zurückgeschickt haben, senden wir die Rückerstattung an die Person, die den ursprünglichen Kauf getätigt hat, unter Verwendung der von ihr verwendeten Karte oder Zahlungsmethode.» Wenn Sie für Geschenkkartenkäufe ausschliesslich Umtauschoptionen anbieten, können Sie den Verkauf innerhalb Ihres Unternehmens halten. Geben Sie beispielsweise den folgenden Satz an: «Wenn Sie einen Artikel zurückgeben möchten, den Sie geschenkt bekommen haben, können Sie ihn nur gegen einen anderen Artikel oder eine Gutscheinkarte umtauschen.»

Eine häufige Änderung, die Unternehmen während der Weihnachtszeit vornehmen, ist die Verlängerung der Rückgabefrist. Viele E-Commerce Händler ermöglichen es ihren Kund*innen, zwischen Oktober und Dezember gekaufte Artikel innerhalb von 60 oder sogar 90 Tagen zurückzugeben, während andere den 31. Januar des folgenden Jahres als Frist festlegen.

Mit einer Verlängerung der Rücksendefrist für Kund*innen liesse sich die Belastung für Ihr Unternehmen verringern und Verzögerungen bei der Bestandsaufstockung könnten vermieden werden. Das liegt daran, dass kurze Rücksendefristen für Waren Ihre Lieferkette stärker unter Druck setzen können, wenn die retournierten Artikel wieder bei Ihnen ankommen.




So minimieren Sie Rücksendungen nach den Feiertagen

Eine Frau steht vor einem Spiegel und probiert, wie ein Kleidungsstück an ihr aussieht.
Eine Frau steht vor einem Spiegel und probiert, wie ein Kleidungsstück an ihr aussieht.
Eine Frau steht vor einem Spiegel und probiert, wie ein Kleidungsstück an ihr aussieht.

Sie können die Rücksendeflut auch entschärfen, indem Sie die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Waren überhaupt zurückgesendet werden, reduzieren. Hierzu lohnt es sich, die Hauptgründe der Kund*innen für Produktrücksendungen genauer in den Blick zu nehmen.

Kleidung ist die Kategorie mit den meisten Rücksendungen5 und Untersuchungen zeigen, dass die häufigsten Gründe für Rücksendungen folgende sind:

  • Der Artikel passte nicht (65 %)
  • Es war beschädigt oder fehlerhaft (56 %)
  • Dem*der Kund*in gefällt der Artikel nicht (44 %)6

Es ist daher ratsam, möglichst detaillierte, genaue Beschreibungen, Grössentabellen und Bilder der Produkte auf Ihrer Webseite bereitzustellen.


Technologie kann hier ein echter Pluspunkt sein. Ziehen Sie personalisierte KI-Produktempfehlungen in Betracht, die auf dem Kundenverhalten und den Kundenpräferenzen beruhen. Eine andere Möglichkeit wäre eine virtuelle Anproben mithilfe von Augmented Reality. Diese Anwendungen sind häufig direkt in E-Commerce Plattformen integriert.

Sie könnten auch Folgendes versuchen:

  • Regen Sie zu benutzergenerierten Inhalten und Bewertungen an und setzen Sie KI-Anwendungen ein, um diese zusammenzufassen.
  • Beantworten Sie häufige Kundenfragen in FAQs, Produktkaufleitfäden und Tipps zur Produktwartung.
  • Optimieren Sie Ihren Verpackungs- und Lieferprozess, damit die richtigen Waren in perfektem Zustand bei Ihren Kund*innen ankommen.

Rücksendungen können ganz besonders viel Abfall verursachen, wenn sie nicht an eine*n andere*n Kund*in weiterverkauft werden. Und wenn man bedenkt, wie gross der Anteil der weggeworfenen Rücksendungen ist, lassen sich in diesem Bereich sehr leicht Verbesserungen erzielen. Eine Möglichkeit besteht darin, für Ihre Sendung eine wiederverwendbare Verpackung zu verwenden, mit der Ihre Kund*innen den Artikel ggf. auch wieder zurücksenden könnten.




Vorbeugen betrügerischer Retouren und Nutzung von Automatisierung

Durch die Automatisierung Ihrer Rücksendungen können Sie sich auf lohnenswertere Aufgaben konzentrieren, wie beispielsweise die Gestaltung eines Kundenerlebnisses, das Rücksendungen von vornherein reduziert. In Zeiten mit hohem Rücksendeaufkommen, wie beispielsweise in der Weihnachtszeit, können kleine Unternehmen auf Automatisierungsanwendungen zurückgreifen, um den Aufwand für wichtige Teile des Retourenprozesses zu reduzieren, darunter die Sendungsverfolgung, Rechnungsstellung, Etiketten und Rückerstattungen. So sparen Kleinunternehmen beispielsweise wertvolle Zeit, wenn sie vorab ausgefüllte Rücksendeetiketten bereitstellen, die Kund*innen selbst ausdrucken.

Automatisierungen können Ihr Unternehmen auch vor betrügerischen Rücksendungen schützen. Untersuchungen zeigen, dass erschreckende 99 % der Einzelhändler in den USA, dem Vereinigten Königreich und Australien bereits Erfahrungen mit irgendeiner Form von betrügerischen Retouren oder Missbrauch der Rückgabebedingungen gemacht haben.7 Und in der Hektik der Weihnachtsbestellungen kann es schwieriger sein, risikoreiche Bestellungen und betrügerische Rücksendungen wie abgenutzte, gebrauchte oder sogar ausgetauschte Artikel zu erkennen.

Um Warnzeichen zu erkennen und Ihr Unternehmen vor finanziellen Risiken zu schützen, können Sie auf automatisierte Retourenlösungen in E-Commerce Plattformen zurückgreifen. Diese können Gründe für eine Rücksendung überprüfen, den Rücksendungsverlauf verfolgen und verdächtige Bestellverhalten identifizieren, sodass Sie sich auf die Lieferung der wichtigen Bestellungen konzentrieren können.




Rückgaben in stärkere Kundenbindung verwandeln

Retouren nach den Feiertagen können KMU und Kund*innen gleichermassen Kopfzerbrechen bereiten. Die Verbesserung des Rückgabeprozesses für unerwünschte Geschenke oder Spontankäufe kann sich jedoch erheblich auf die Kundenzufriedenheit auswirken – und sich langfristig auszahlen.

Ein reibungsloser Retourenprozess ist auch eine Gelegenheit, Kundenbindung aufzubauen und abgebrochene Kaufvorgänge zu reduzieren. Untersuchungen zeigen, dass 79 % der Verbraucher*innen nach einer schlechten Retourenerfahrung nicht wiederkommen.8 Indem sie den Erwartungen ihrer Kund*innen nach klaren Richtlinien speziell für die Weihnachtszeit, unkompliziertem Rückversand und schnellen Rückerstattungen gerecht werden, können KMU-Einzelhändler Rücksendungen in einen Wettbewerbsvorteil verwandeln – und damit begehrte Wiederholungskäufer*innen an sich binden.

Die durchschnittliche Rate für Wiederholungskäufer*innen bei E-Commerce Händlern liegt bei 28,2 %9, wobei diese je nach Branche, Produkttyp und Geschäftsmodell variieren kann. Wenn Sie den Fokus darauf legen, die Rücksendeerfahrung zu optimieren, können Sie diese profitable Zielgruppe möglicherweise ausbauen.


Eine Frau packt ein geliefertes Gemälde aus einem Versandkarton aus.
Eine Frau packt ein geliefertes Gemälde aus einem Versandkarton aus.
Eine Frau packt ein geliefertes Gemälde aus einem Versandkarton aus.

Für KMU kann der Rückgabeprozess nach den Feiertagen die Rezensionen beeinflussen, und für Unternehmen, die Marktplätze wie Etsy oder eBay nutzen, die Verkäuferbewertung. Untersuchungen haben ergeben, dass fast die Hälfte der Kund*innen, aufgrund von Problemen bei der Rückerstattung eine negative Bewertung abgeben.10 Indem Sie nach einer positiven Rücksendeerfahrung zu Bewertungen anregen, können Sie sowohl neue als auch bestehende Kund*innen dazu bewegen, den Kaufvorgang abzuschliessen.




Minimierung der Auswirkungen von Rücksendungen nach den Feiertagen

Der unvermeidliche Anstieg der Rücksendungen nach den Feiertagen kann für Inhaber*innen kleiner und mittlerer Unternehmen abschreckend wirken, muss jedoch nicht den Erfolg der Weihnachtssaison überschatten. Es gibt Massnahmen, die Sie ergreifen können, um Retouren zu reduzieren oder deren Auswirkungen auf Ihr Unternehmen zu mindern. Mit einer klaren, einfachen Rückgaberichtlinie für die Weihnachtszeit und mithilfe von Technologie zur Verbesserung des Einkaufserlebnisses, zur Vermeidung von Betrug oder zur Automatisierung des Rückgabeprozesses können Sie Rückgaben von einem Hindernis zu einem Wettbewerbsvorteil machen. Erfahren Sie mehr über die Rücksendelösungen von FedEx, mit denen Sie den Versandprozess zu jeder Jahreszeit optimieren können.




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