Ausgedienten Uniformen wird ein neuer Zweck zugewiesen

18. Januar 2021


Die meisten von uns machen sich nur über Tragekomfort und Stil ihrer Kleidung Gedanken. Nur wenige denken darüber nach, was man mit ihr macht, wenn sie abgetragen ist. Nur 13 % der weltweit produzierten Kleidung wird rezykliert. Eine wenig überzeugende Aussage, wenn man bedenkt, wie sehr wir heute bestrebt sind, dass Dinge nicht auf Abfalldeponien landen. Als FedEx® im Jahr 2012 Rapidão Cometa und seine 10 000 Mitarbeitenden übernahm, beschlossen die Teammitglieder des Drehkreuzes in São Paulo, dafür zu sorgen, dass die Uniformen stilgerecht in den Ruhestand gehen und nicht auf einer Abfallhalde landen.

Rezyklierte Decke neben einem Umschlag von FedEx Express

Textilien zu rezyklieren ist schwieriger, als Sie denken.

Textilien zu rezyklieren ist
schwieriger, als Sie denken.

Unterschiedliche Materialien müssen mit unterschiedlichen Verfahren rezyklierten werden. Mischfasermaterialien, wie sie in auf Langlebigkeit ausgelegten Uniformen verwendet werden, sind besonders schwierig zu verarbeiten. Und vor fünf Jahren war es sogar noch schwieriger als jetzt. Eine Technologie, die Mengen in dieser Grössenordnung bewältigen konnte, gab es einfach noch nicht. Glücklicherweise fand das Team aus São Paulo Retalhar, ein Unternehmen mit sozialer Verantwortung, das sich auf mehr als nur das Rezyklieren von Textilien spezialisiert hat. Retalhar beschäftigt auch Frauen in einkommensschwachen Gemeinden, um die wiedergewonnenen Textilien zu Decken zu verarbeiten. Ehrenamtliche Mitarbeitende von FedEx Express spenden die Decken dann an Organisationen, die Obdachlose und Tierheime unterstützen.

Rezyklierte Decke neben einem Umschlag von FedEx Express

Schritte zur Kreislaufwirtschaft

Das Programm hat sich ständig weiterentwickelt. Aus den ausgedienten Uniformen wurden im Laufe der Jahre mehr als 8200 Decken hergestellt. Allein im Jahr 2019 haben die Teams in Brasilien fast 13 000 Hemden und Hosen gesammelt und daraus 2700 Decken hergestellt. Dadurch wurden schätzungsweise 31 Kubikmeter Raum auf Abfalldeponien eingespart und 62 Tonnen CO2-Emissionen vermieden, was dem Kohlenstoff entspricht, den 81 Hektar Wald in einem Jahr binden.

«Wir sorgen dafür, dass unsere ausgedienten Uniformen nicht auf einer Abfalldeponie landen und unsere Marke geschützt wird. Zudem tragen wir unseren Teil zu einer Kreislaufwirtschaft bei, in der Dinge nicht einfach entsorgt, sondern wiederverwertet werden», erklärt Claudia Rostagno, Managing Director of Marketing für FedEx Express® in Lateinamerika und der Karibik.

Neben dem aktiven Engagement unserer Teammitglieder sich auch unsere Kundschaft eingebracht. «Die FedEx Kundschaft teilt unser Engagement für die Umwelt. Daher stellen wir sicher, dass sie uns dabei unterstützen können, dass unsere ausgedienten Uniformen nicht auf einer Abfalldeponie landen. Zu diesem Zweck geben wir ihnen einige der rezyklierten Decken, um sie zu verteilen», ergänzt Silvia Imafuku, Marketingberaterin in Brasilien.

Rezyklierte FedEx Uniformen

Andere zur Nachahmung inspirieren

Als Ben Fogg, Sustainability Specialist in der Zentrale von FedEx Ground® in Pittsburgh, Pennsylvania, von dem Uniform-Rezyklierprojekt in Brasilien hörte, war er sofort begeistert und wollte mehr darüber erfahren. «Wir haben gute Fortschritte gemacht, indem wir Wege gefunden haben, damit weniger Abfälle aus unseren Betrieben auf Abfalldeponien landen, z. B. durch das Rezyklieren der Paletten, die wir von unserer Kundschaft erhalten und die Beseitigung der Pappkerne in den Schrumpffolienrollen. Da jede Uniform im Durchschnitt etwa 18 Monate hält, stand der Umgang mit abgetragenen Uniformen als Nächstes auf der Agenda», erklärt er.

Ben recherchierte und stiess auf Debrand, ein Unternehmen, das sich um das Rezyklieren von Uniformen kümmert, sowie auf ein Pilotprojekt, das in der westlichen Region von FedEx Ground gestartet wurde. In diesem ersten Pilotversuch nutzten die Teammitglieder von FedEx Ground und unabhängige Dienstleister die Chance, ihre ausgedienten Uniformen rezyklieren zu lassen. An einem Standort wurden mehr als 52 kg abgetragener Kleidungsstücke gesammelt, darunter auch Hemden, die von Paketzustellern getragen wurden. Insgesamt wurden bei dem Pilotprojekt mehr als 454 kg an Kleidung mit Markenlogo gesammelt. Anschliessend liess Debrand die Fasern analysieren, um festzustellen, was rezykliert werden kann. Gleichzeitig sollte das Verfahren optimiert werden.

Decke aus rezyklierten FedEx Uniformen

Zerlegung in die Ursprungsfasern

Sobald Phoenix Fibers im Rahmen des Debrand-Programms eine ausgediente Uniform erhält, muss das Unternehmen, wie auch Retalhar in Brasilien, den Stoff aufbereiten, um ihn in wiederverwendbares Material umzuwandeln. Die Kleidungsstücke werden zunächst durch mehrere Zerkleinerer geschoben, die das Gewebe auf seine Grundfaser zurückführen. Dabei entsteht ein Material, das als «Shoddy-Faser» (Wollstaub-Faser) bezeichnet wird und zu Füllmaterial verarbeitet werden kann, das vor allem in Produkten wie Trainingsgeräten und Möbeln oder zur Isolierung von Häusern verwendet wird. «Durch das Programm mit unserem Partner Phoenix Fibers können FedEx Mitarbeitende ihren Teil dazu beitragen, dass weniger Kleidungsstücke auf Abfalldeponien landen und ihre ausgedienten Uniformen sicher rezykliert werden. Sie können sich darüber freuen, dass ihre so lange getragene Uniform in einem neuen Produkt sozusagen zu neuem Leben erwacht ist», erklärt Amelia Eleiter, Mitbegründerin von Debrand.

Decke aus rezyklierten FedEx Uniformen

Das Feedback der teilnehmenden Teammitglieder und der unabhängigen Dienstleister ist durchweg positiv. Ein Dienstleister schlug vor, wiederverwendbare Behälter zum Sammeln ausgedienter Uniformen aufzustellen. «Indem wir neue Verwendungszwecke für unsere ausgedienten Uniformen finden, können wir Abfall reduzieren und dazu beitragen, ein regeneratives System zu schaffen – davon profitieren wir alle», fasst Ben zusammen.

Für die Zukunft wünschen wir uns, dass wir das Uniformrezyklierprogramm als Teil unserer fortlaufenden Bemühungen zur Reduzierung der Umweltauswirkungen und zur Unterstützung der sich entwickelnden Kreislaufwirtschaft noch weiter ausbauen können. Auf dem Erfolg des ersten Pilotprogramms aufbauend, hat FedEx Ground das Programm im gesamten FedEx Ground Netzwerk eingeführt und ist gespannt, welche positiven Auswirkungen es haben wird.