Juni 2015

  • Eight surprising customs rules to be aware of

Acht erstaunliche Zollvorschriften, an die Sie denken sollten

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Die Liste internationaler Zollvorschriften erscheint fast endlos. Deshalb fassen wir für Sie heute einige der ungewöhnlichsten und überraschendsten Regeln und Szenarien zusammen, die Sie beim Im- und Export beachten sollten. Sie werden überrascht sein, wie viele verschiedene und unerwartete Zollbestimmungen es von Land zu Land gibt.

Ihre Zeit ist kostbar. Mit den folgenden Tipps wollen wir helfen, einige der wichtigsten Regeln für den Überseeversand im Hinterkopf zu behalten. Dabei berücksichtigen wir vor allem auch den innereuropäischen Export, denn für viele Unternehmen ist das der erste Schritt zur globalen Präsenz.

Erst gehen lernen – dann fliegen

Ganz wichtig bei jedem Export ist die Recherche: mangelhafte Vorbereitung ist der sicherste Weg zum Scheitern. Beschaffen Sie sich daher vor jedem Versand nach Europa und darüber hinaus stets die erforderlichen praktischen Informationen. Nur so können Sie sicherstellen, dass Ihr Produkt auch seinen Zielmarkt erreicht.

Zollvorschriften ändern sich ständig, und für jedes Produkt gelten andere Regeln. Die Market Access Database der Europäischen Kommission ist daher immer ein guter Anfang für die Recherche.

Wir wissen nur allzu gut, wie schwierig es sein kann, in diesem Vorschriften-Wirrwarr immer auf dem Laufenden zu bleiben. Deshalb raten wir Ihnen, Ihren Versand stets bezogen auf das jeweilige Exportland zu planen und sich dabei auf verlässliche Quellen zu stützen. Die folgenden unerwarteten Vorschriften geben Ihnen eine Vorstellung davon, womit Sie zu rechnen haben:

  1. Essbare Insekten liegen im Trend. Weil sich aber die Vorschriften zur Lebensmittelsicherheit von EU-Land zu EU-Land unterscheiden, dürfen diese noch nicht in alle Länder importiert werden. So hat Belgien beispielsweise im Jahr 2014 zehn Insektenarten zum menschlichen Verzehr freigegeben; seit November letzten Jahres sind dort die ersten Insektenfleischprodukte in Supermärkten und Restaurants erhältlich.
  2. In Frankreich ist der Amateursport stärker reguliert als in anderen europäischen Ländern. So verbietet Frankreich den Import von Kreatin, ein Nahrungsergänzungsmittel zum Muskelaufbau. Die Franzosen werden infolgedessen noch ein bisschen härter und länger trainieren müssen als andere europäische Sportler!
  3. Angesichts der Tatsache, dass Großbritannien den sechstgrößten Weinverbrauch weltweit hat, sollte man annehmen, dass der Export von Wein aus anderen EU-Ländern nach Großbritannien relativ einfach sein sollte. Weit gefehlt. Wer alkoholische Getränke aus einem EU-Mitgliedstaat an eine britische Privatperson versenden möchte, muss sich an strikte Regeln halten. So ist die Verbrauchsteuer stets vom Verkäufer zu zahlen. Nach britischem Recht darf diese nicht vom Verbraucher entrichtet werden; wird diese Vorschrift nicht eingehalten, wird die Ware konfisziert.
  4. Auch wenn es wenig Zweck hat, verschütteter Milch hinterher zu weinen – für Händler von Babynahrung ist der Export von Milchprodukten nach China alles andere als ein Kinderspiel. So dürfen zwar Milchprodukte für Kleinkinder an chinesische Privatpersonen gesendet werden, jedoch höchstens sechs Dosen à maximal 900 Gramm zum persönlichen Verbrauch. Auch muss sich der Exporteur bei den chinesischen Behörden registrieren lassen. Drittparteien wie der Hersteller bedürfen ebenfalls der behördlichen Registrierung und Genehmigung. Darüber hinaus müssen alle Molkereiprodukte als Voraussetzung für den Marktzugang jetzt von der China Certification and Accreditation Administration (CNCA) freigegeben werden.
  5. Regeln und Vorschriften verändern sich ständig. Auch wenn Sie bereits in ein bestimmtes Land exportiert haben, können Sie keinesfalls sicher sein, dass die Vorschriften sechs Monate später noch gelten. Wussten Sie beispielsweise schon, dass man neuerdings keinen Honig aus Südafrika mehr in die EU importieren darf?
  6. Nicht alle Produkte sind das, was man denkt. So wollte einer unserer Kunden Gummifingerlinge aus Frankreich in die Vereinigten Staaten versenden. Da diese jedoch in automatischen Geflügel-Rupfmaschinen zum Einsatz kommen sollten, wurde die Kennzeichnung als Handschuhteile nicht akzeptiert. Die korrekte Zoll-Klassifizierung war „Maschinenteile für die Zubereitung von Fleisch oder Geflügel".
  7. Und hier geben wir Ihnen noch etwas zum Kauen: der Versand von Kaugummi nach Singapur ist verboten. Ausnahmen gibt es jedoch für bestimmte lizenzierte zahnhygienische und medizinische Zwecke.
  8. Passen Sie auf, dass Sie sich nichts einklemmen, wenn Sie Reißverschlüsse nach Indien versenden wollen. Beim Export in dieses Land ist die Länge, das Material der Zähne und die Farbe der Reißverschlüsse auszuweisen.

All diese Regeln mögen Ihnen vielleicht merkwürdig vorkommen. Ein Grund mehr, im Vorfeld sorgfältig zu recherchieren und die richtigen Zollfachleute zu fragen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Möchten Sie mehr wissen? Unser Kundendienst freut sich auf Ihren Anruf unter 01806 111 800 (20 Ct./Anruf aus dem dt. Festnetz; Mobilfunk höchstens 60 Ct./Anruf)

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